Chia Samen – Superfood auch für Tiere?!

Seit einiger Zeit sind Chia Samen der Trend in der gesunden Ernährung bei uns Menschen. Überall ist dieses als Nährstoffbombe bekannteste Superfood zu finden, es soll angeblich bei Krankheiten wie Krebs, Demenz, Schlaganfall, Herzinfarkt und Arthrose helfen, doch gelten diese positiven Eigenschaften auch für unsere Fellnasen? Kann man Chia Samen auch Hunden und Katzen füttern, um ihnen damit gutes zutun?

Leider gibt es noch keine repräsentativen Studien zum Thema Chia Samen und deren positiver Wirkung, weder für Menschen und erst recht nicht im Teilbereich, deswegen beginne ich erst einmal damit zu erklären, was diese kleinen Nährstoffbomben eigentlich sind, wozu sie von Nutzen sein könnten und woher sie eigentlich kommen.

Die Chia Pflanze ist eine aus Mexiko und Zentralamerika stammenden Salbei Pflanze. In der vorspanischen Zeit, zum Beispiel in der Zeit der Azteken, war Chia zusammen mit Mais das am häufigsten angebaute Grundnahrungsmittel und wurde ausser als Nahrungsmittel, noch zu medizinischen Zwecken und zur Ölgewinnung eingesetzt. Zur Ernährung wurden die Samen ganz, gemahlen, als Samenschleim und Öl genutzt. Gängig war es die Samen zu rösten und zu einem Mehl zu verarbeiten. Dieser vielfältige Nutzen geriet jedoch in Vergessenheit, bis 1997 der Sportler Christopher McDougall das Buch Born to Run veröffentlichte und den modernen Chia-Boom damit auslöste. Soviel zum geschichtlichen Aspekts des Superfoods.
Ernährungsphysiologisch ist die Chia Pflanze genauso interesant, wie ihre geschichtliche Herkunft. Chiasamen enthalten bis zu 38 % Fette, aufgeschlüsselt in 60% Omega-3-
-, 20 % Omega-6-, 6 % Omega-9- und 9 % gesättigte Fettsäuren. Dazu noch 18 % – 23 % Proteine, circa 40 % Kohlenhydrate und die Vitamine A, Niacin, Thiamin, Riboflavin undFolsäure. Außerdem sind die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor, Kalium, Zink und Kupfer, sowie Antioxidantien enthalten. Chiasamen enthalten nur wenig Natrium. Der Rest sind Ballaststoffe, die in Wasser schleimig werden. Diese schleimige Konsistenz ist eine Polysaccharidschicht. Als Superfood wird Chia übrigens bezeichnet, weil die Samen verhältnismäßig mehr Nährstoffe beinhalten, als andere Lebensmittel. Das alles steckt in den kleinen Samen, die wir in unserem Frühstücksmüsli zu uns nehmen, doch wie wirkt das auf unsere Gesundheit und was davon hat einen Nutzen für unsere vierbeinigen Kameraden?

Wie anfangs schon erwähnt ist die medizinische Wirkung noch nicht durch repräsentative Studien bewiesen worden, was man jedoch schon zweifelsfrei beim Menschen feststellen konnte ist, dass Chia Samen beim abnehmen helfen, da sie quellen und wie Ballaststoffe wirken und so ein Sättigungsgefühl vermitteln und stopfend wirken können. Vom gesundheitlichen Aspekt kann man Chia Samen jedoch mit Leinsamen und deren positiver Wirkung gleichsetzen. Das bedeutet, das Chia Samen eine durchaus gesundheitsfördernde Wirkung haben, diese aber bei weitem nicht das verspricht, was man diesem Superfood nachsagt.

Was bedeutet das nun für unsere Vierbeiner? Das wichtigste vorweg: Chia Samen sind nicht schädlich, sondern durchaus bekömmlich für Hunde und Katzen. Hunde und Katzen fressen auch in der Natur Gräser und Samen und können diese deshalb problemlos verdauen, nichtsdestotrotz muss man im Hinterkopf behalten das Tiere einen komplett anderen Nährstoffbedarf haben, wie wir und deswegen Chia Samen anders verwerten. Der hohe Gehalt an Ballaststoffen wirkt gut auf den Darm, was aber wirklich gut für die Tiere ist, ist der hohe Anteil der verschiedenen Fettsäuren. Diese wirken positiv auf das Immunsystem, sind exzellente Energiespender und helfen dabei Abfallstoffe und Gifte aus den Zellen heraus- und frische Nährstoffe in die Zellen hinein zu transportieren. Diese Wirkung erzielt man jedoch auch mit anderen Lebensmitteln, welche die Fettsäuren enthalten.

Mein Fazit deshalb: Natürlich kann man seinen Tieren Chia Samen füttern, diese sind durchaus gesund, jedoch sollte man dieser Pflanze keine Superkräfte zu sprechen. Man kann Chia Samen gerne mal als Alternative zu Leinöl oder Lachsöl geben und etwas Abwechslung in die tierische Ernährung bringen, aber ansonsten packen Sie die Samen besser weiterhin in Ihr Müsli!