Das berühmte Grünlippmuschel-Pulver – Grünes Gold für den Hund? Hundefutter Zusätze Teil 3

Auch im neuen Jahr möchte ich damit weitermachen hier ein paar Hundefutter Zusätze vorzustellen und heute kommen wir wohl zu einem der bekanntesten Zusätze: Das Grünlippmuschel-Pulver!

Als Wundermittel angepriesen hat wahrscheinlich schon jeder Tierhalter von Grünlippmuschel gehört, doch was ist das grüne Pulver eigentlich? In erster Linie ist es natürlich eine Muschel, die tatsächlich grüne „Lippen“ hat, also am Rand der Schale eine grüne Färbung. Die Grünlippmuschel wird in Aquakulturen gezüchtet und ist vom Geschmack her, ähnlich der Miesmuschel. Für den Hund wird ein konzentriertes Pulver genutzt, dazu werden die Grünlippmuscheln aufgebrochen, d.h. die Schale entfernt, das Fleisch wird danach abzentrifugiert und gefrostet. Anschließend wird es zerkleinert und gefriergetrocknet.

Zur Geschichte der Grünlippmuschel gehört, dass seit mehr als 6.000 Jahren die Grünlippmuschel auf dem Speiseplan der Maoris in Neuseeland steht. Dort wurde die Muschel aufgrund ihrer schmerzlindernden und heilenden Wirkung genutzt. Forscher wollten die Grünlippmuschel zur Behandlung von Krebserkrankungen untersuchen, fanden dabei aber heraus, dass die kleine Muschel super Wirkstoffe für die Schmerzlinderung und als Entzündungshemmer hat. Dazu gehören Omega-3-Fettsäuren und Glykosaminoglykane. Diese wirken unterstützend für die Gelenkflüssigkeit, aber wozu?

Knorpel werden vom Gelenkflüssigkeit umschlossen. Diese gibt dem Knorpel Nährstoffe und wirkt wie Gleitgel für den Knorpel. Das ist wichtig, denn der Knorpel wirkt als Puffer in den Gelenken. In der Gelenkflüssigkeit befinden sich Glykosaminoglykane, die für die Konsistenz zuständig sind. Leidet der Hund unter Mangelerscheinungen hat der Hund Schmerzen und ist aufgrund dessen bewegungseingeschränkt. Auch im Alter baut sich die Gelenkflüssigkeit ab. Das gehört zu den üblichen Alters Wehwehchen die nicht nur beim Hund dazugehören, sondern auch die meisten Menschen kennen. Die kleine Muschel führt über die Ernährung Glykosaminoglykane in das Gelenk, aber denkt immer daran, was kaputt ist, wird durch die Muschel nicht heilen! Es verhindert nur, dass der Verschleiß schneller eintritt und es den Gelenken noch schlechter geht. Omega-3-Fettsäuren (das Gegenstück zu Omega-6-Fettsäuren übrigens) kümmern sich um die entzündlichen Prozesse im Gelenk und lindern die Schmerzen und ein hoher Calcium Anteil führt dazu, dass der Knochen in seiner Festigkeit unterstützt wird und ein wenig vom Verschleiß geschützt wird.

Soviel zur Wirkweise, aber wie dosiere ich die Muschel richtig? Grob kann man sagen, 0,5g Muschelpulver pro 10kg Hund. Im Idealfall 4 mal im Jahr als 6-8 wöchige Kur. Heißt 2 Monate geben, einen Monat pausieren und dann wieder von Vorne, Grünlippmuschel kann man in der Regel nicht überdosieren und kann auch dauerhaft gegeben werden. Je nach Hersteller und Reinheit des Pulvers kann es auch bei 1g pro 10kg Körpergewicht verabreicht werden.

Abraten würde ich, wenn der Hund an Gicht erkrankt ist! Die Grünlippmuschel kann die Ablagerung von Harnsäure bei Gicht leider steigern. Auch gibt es, wie bei jeden Produkt, vereinzelt allergische Reaktionen, dann bitte natürlich auch nicht füttern. Ansonsten ist die Grünlippmuschel der Allrounder und den Naturprodukten. Mit der Grünlippmuschel kann man in der Regel nichts falsch, aber viel Richtig machen!

Futterzusätze für den Hund Teil 1; Hagebutten

Es gibt vieles was man Hunden zusätzlich zum und ins Futter geben kann. Man blickt als Hundehalter schon gar nicht mehr durch, was man benötigt und wofür. Deswegen möchte ich nun regelmäßig einzelne Zusätze hier ausführlich vorstellen.

Heute beginnen wir mit Hagebutten. Viel besungen indem bekannten Volks- und Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“, ist die Hagebutte nicht nur eine hübsche Pflanze, aus der so manche Kinder Juckpulver hergestellt haben, sondern auch eine Pflanze mit großer Wirkung.

Hagebutten sind ein altbekanntes Naturheilmittel. Diese kleine Pflanze ist voller Vitamine, A, B1, B2, B3 (Niacin), B6, B9 (Folacin), E und Vitamin K und vor allem Vitamin C sind enthalten, dabei ist der Vitamin C Gehalt höher als in Zitrusfrüchten. Zusätzlich zu den Vitaminen ist auch Kalzium enthalten. Jedes Kind weiß, dass Vitamin C gut für das Immunsystem ist, nicht nur beim Mensch, sondern auch bei unseren Vierbeinern. Auch wirken Hagebutten entzündungshemmend und antibiotisch, natürlich nur im Maße, wie die meisten Naturheilmittel. Ich verordne gerne Hagebutten bei Struvit, denn der hohe Vitamin C Gehalt und die Schalen der Pflanzen sind harntreibend und verändern den PH-Gehalt des Urins. Eine ideale Kombi zur Unterstützung von Blasenerkrankungen. Und die kleine, rote Pflanze kann noch mehr! Denn auch bei Gelenkprobleme und Arthrose kann sie helfen. Das liegt an der entzündungshemmenden und antioxidantischen Wirkung der Hagebutte.

Ihr seht die Hagebutte ist ein Allrounder! Und nicht nur das, sie ist vor allem ein reines Naturprodukt und es sind bisher keine Nebenwirkungen bekannt. Die Dosierung und die Fütterung ist auch simpel, doch es kommt auf die Darreichungsform an! Am geläufigsten ist wohl das Hagebuttenpulver, man kann jedoch auch Paste selber herstellen und verfüttern. Ich nutze – aus Bequemlichkeit ich gebe es zu – das Pulver, kaufe es online oder im Barfshop meines Vertrauens. Da viele meiner Leser aber wirklich gerne sowas selber herstellen, scheut euch nicht und macht ruhig Mus (und postet gerne auch ein Foto davon hier drunter 😉). Dosierung ist wie folgt: Hunde unter 5 kg 1 TL, Hunde bis 15 kg 1 EL, Hunde bis 30 kg 1-2 EL und darüber 2-4 EL täglich. Beim Einsatz von Hagebuttenmus beträgt die Dosierung maximal 1 TL/Tag.